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Freitag, 14. März 2008

Bulgariens halbherzige Stasi-Aufarbeitung

Seit Anfang 2007 sollte alles anders werden, doch der Umgang mit den alten Stasi-Akten ist in Bulgarien immer noch schwierig: Die neuen Aktenverwalter sind oftmals die alten Spitzel. Eine kleine Gruppe hält dagegen.

Fast 50 Jahre lang hat der kommunistische Geheimdienst Dhurjavna Sigurnost Bürgerinnen und Bürger der Volksrepublik Bulgarien bespitzelt und die Informationen in Akten angelegt. Ende der 80er Jahre verordnete sich die kommunistische Staatsführung Bulgariens eine "Wende" - die Bulgarische Kommunistische Partei gab sich einen neuen Namen, taufte die 'Volksrepublik' in 'Republik Bulgarien' um und schaffte die bulgarische Stasi offiziell ab. Ihre offiziellen und inoffiziellen Mitarbeiter bekamen Posten in der Politik und in Führungspositionen der bulgarischen Wirtschaft. Die Geheimdienstakten liegen seitdem weitgehend unter Verschluss, verwaltet von so genannten Nachfolgeorganisationen des Dienstes.
Nach viel Streit und Diskussion im bulgarischen Parlament sollen die Akten nun, 17 Jahre nach der "Wende", erforscht und öffentlich zugänglich gemacht, Namen von Mitarbeitern und Spitzeln im Internet veröffentlicht werden. Ein Gesetz für "Zugang und Deklassifizierung der Dokumente und Offenlegung der Beziehungen bulgarischer Bürger zum früheren Staatssicherheits- und Nachrichtendienst der Bulgarischen Volksarmee" trat am 1. Januar 2007 in Kraft - an dem Tag als Bulgarien der EU beitrat.
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Quelle: Deutsche Welle

Donnerstag, 13. März 2008

Wie Bulgarien vor 65 Jahren seine Juden rettete

In Bulgarien wird 2008 einem 65 Jahre zurückliegenden Ereignis gedacht. Am 10. März 1943 widersetzte sich das Land der Auslieferung von 8.600 Juden an Hitler-Deutschland. Insgesamt wurden 1943 fast 50.000 bulgarische Juden vor der Deportation gerettet. Zum Wochenbeginn fanden Gedenkfeiern in vielen bulgarischen Städten statt. Kränze wurden aber auch für über 11.000 bulgarische Juden niedergelegt, die dem KZ nicht entkamen.

Moralische und politische Stigmatisierung

Es war der damalige Vize-Parlamentschef Dimitar Peschew, der der Rettung der Juden aus den Gebieten um Polwdiw (Plovdiv) und Kjustendil in Süd- bzw. Westbulgarien den Weg bereitete. "Wir können nicht glauben, dass es Pläne gab, diese Menschen von Bulgarien wegzuschicken. Ein solcher Akt würde Bulgarien zu Unrecht stigmatisieren, moralisch wie auch politisch", lautete die Deklaration von Anfang März 1943. Auf sie folgte eine Petition gegen die Deportation der Juden.

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Peschew starb 1973 einsam, verarmt und ohne je offizielle Anerkennung erfahren zu haben, in Sofia.

Quelle: der Standard






Bücher: Bulgarien, Sofia

National Statistical Institute (www.nsi.bg)